Warum sollte ich Nabelschnurblut einlagern, wenn es auch im Knochenmark Stammzellen gibt?

Aktuell werden in der Regenerativen Medizin, z. B. nach einem Herzinfarkt, die eigenen Stammzellen aus dem Knochenmark eingesetzt. Für die heute behandelten Patienten ist kein eigenes Nabelschnurblut verfügbar, da die Einlagerung von Nabelschnurblut erst seit Ende der 90er Jahre praktiziert wird.

Junge Stammzellen aus dem Nabelschnurblut sind nach Auffassung von Experten besser für künftige Therapien in der Regenerativen Medizin geeignet als Zellen aus dem Knochenmark, da diese bereits vorgealtert sind. Die Nabelschnurblut-Stammzellen sind besonders teilungsfreudig und unbelastet von Umwelteinflüssen.

Die Gewinnung von Knochenmark ist ein operativer Eingriff und eine nicht risikolose Prozedur. Dahingegen kann Nabelschnurblut bei der Geburt völlig risikolos und schmerzfrei nach der Abnabelung des Kindes gewonnen werden.

Ein großer Durchbruch ist Wissenschaftlern der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität in Barcelona in 2009 gelungen. Durch die Einschleusung von vier Genen in Zellen des menschlichen Nabelschnurblutes konnten sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) gewonnen werden. Diese können sich zu allen Zellen des Körpers weiterentwickeln. Somit sind diese Stammzellen Hoffnungsträger für zukünftige Therapien. Bereits in zehn bis fünfzehn Jahren erwarten Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover konkrete Anwendungsmöglichkeiten für iPS-Zellen aus Nabelschnurblut.

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